Evangelische Kirchengemeinde Schüren in Dortmund
Geschichte …

Anfänge der Schürener Gemeinde ...

Aus dem Gemeindebrief Juli - Oktober 2001

Die Geschichte unseres schönen Gotteshauses in der Schürener Straße 24b geht eng einher mit der Geschichte der Selbständigwerdung unserer evangelischen Kirchengemeinde am 1. November 1914.



Durch den Ausbau der Zeche "Freie Vogel und Unverhofft" wuchs die Zahl der evangelischen Christen in Schüren. Die Aplerbecker Kirchengemeinde beschloss daher die Errichtung einer 4. Pfarrstelle für den Bezirk Schüren. Pfarrer Braun war der erste Pfarrer, der seinen Wohnsitz in Schüren hatte. Das alte Pfarrhaus in der Niergartenstraße 7 bezog er 1907.
Zur Feier der Gottesdienste, zum Katechumenen- und Konfirmandenunterricht und zu den Gemeindeveranstaltungen mussten die Schürener bei Wind und Wetter den weiten Weg nach Aplerbeck machen.

In einer Schuljahresarbeit des Jahres 1956 heißt es:
"Um die Glieder der Gemeinde zu festigen, rief Pastor Braun die Männer aus Schüren zusammen, welche die Zusammenkünfte des Aplerbecker Arbeiter- und Bürgervereins nicht besuchten, weil der Weg zu weit war."

Am 24. April 1907 wurde der evangelische Jünglings- und Jungfrauenverein gegründet. Man traf sich im Hause Hammerschmidt an der Schüruferstraße. Es folgte die Gründung eines Jugendchores und einer Fußballabteilung, aus der der heutige BSV-Schüren hervorgegangen sein soll.
Größere Gemeindetreffen wurden im sogenannten Wilbergschen Saal gefeiert. Jede Gelegenheit wurde genutzt, um Gelder zum Bau eines Gemeindehauses zu bekommen.
Am 18. September 1911 wurde der "Verein der Freunde und Förderer des Baues eines evangelischen Gemeindehauses in Schüren" gegründet. Kein sehr einprägsamer Name, aber der Verein hatte Erfolg. Die Zeche "Freie Vogel und Unverhofft", der Hörder Hüttenverein und viele kleinere und größere Geldspenden aus der Gemeinde halfen mit, bis zum Jahr 1912 die damals stolze Summe von 13.000 Reichsmark anzusparen. Weitere 17.000 Reichmark kamen von der Muttergemeinde Aplerbeck.
So konnte 1913 mit dem Bau eines Gemeindehauses begonnen werden. Ein Grundstück zwischen Pfarrhaus und Friedhof wurde gekauft, die Bauarbeiten wurden zum größten Teil von Gemeindegliedern ausgeführt. Schon im Herbst 1913 konnte das Haus durch den damaligen Superintendenten D. Zoellner eingeweiht werden. Ja, sogar an eine Kegelbahn im Keller des Hauses hatte man gedacht.
Nun hatte man zwar ein Gemeindehaus, war selbständige Gemeinde, aber es fehlte an einer Kirche. Im Jahr 1918, noch während des 1. Weltkrieges, wurden wieder Spenden zum Kirchbau gesammelt. Die Gewerkschaft Lothringen überwies der Gemeinde 12.000 Reichsmark für den Kirchenbau. Weil das angesparte Geld jedoch als Kriegsanleihe zur Verfügung gestellt werden musste, wurde der Bau zurückgestellt. Durch den verlorenen 1. Weltkrieg musste man auf einen Kirchenneubau nun ganz verzichten.
Erfinderisch wie die Schürener nun einmal sind, machten sie aus ihrer Not eine Tugend und begannen 1922 - wieder mit großem Spendenanteil - mit dem Umbau des Gemeindehauses zur Kirche. Ein kleiner Glockenturm wurde errichtet und zwei Glocken beim Bochumer Verein bestellt. Sie tragen die Inschriften: "Gott ist die Liebe" und "Unser Glaube ist der Sieg" und rufen noch heute die Gemeinde zum Gottesdienst zusammen. Eine kleine Orgel ersetzte das alte Harmonium, dass man heute noch spielbereit im Foyer unseres Gemeindezentrums bestaunen kann. Die Einweihung der Kirche fand am 22. Oktober 1922 unter lebhafter Anteilnahme der ganzen Gemeinde statt. Während der Umbauarbeiten fanden die Gottesdienste in der Turnhalle der Goethe-Schule, heute Gerhard-Hauptmann-Schule in der Unteren Pekingstraße, statt. Nun hatte man eine Kirche, aber kein Gemeindehaus mehr. Jedoch ist das eine neue Geschichte, die Sie in einer der weiteren Ausgaben unseres Gemeindebriefes nachlesen können.




Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Fenster erneuert. Die Frauenhilfe spendete das auch heute noch vorhandene Altarfenster. Die Medaillons in den Fenstern des Kirchenschiffes, die das ganze Kirchenjahr darstellen, sind auch heute noch zu sehen. Sie wurden bei der Fensterrenovierung im Jahr 1996 erhalten.
In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts konnte unsere Gemeinde wieder durch viele Spendenmittel Kellerräume der Kirche sanieren und zu einem schönen Gemeindecafé umbauen. In diesen gemütlichen Räumen treffen sich seitdem viele Menschen zum Kaffeetrinken nach den Gottesdiensten, zum Krabbeln, Feiern und vielem mehr.
Im Jahr 1997 wurde unsere Kirche (richtig: wieder mit großer Spendenbereitschaft der Gemeinde) gründlich renoviert und erhielt ihr jetziges Aussehen.
Ja, wir hatten und haben ein schönes Gotteshaus, in dem wir uns im Namen unseres Gottes versammeln dürfen.
Mein Wunsch ist es, dass unsere Kirche mit viel Leben gefüllt und von mehr Menschen besucht wird, die sich dort im Gottesdienst von Gott stärken, kräftigen, trösten und ermutigen lassen.

Ihr Pastor Sommer

 

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